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Eine Broschüre der Schweizerischen Gesellschaft für Muskelkranke SGMK Copyright (9/2008)
Herzlichen Dank der Deutschen Gesellschaft für Muskelkrank e.V. für die Kooperation und Herr PD Dr. med. Markus Weber für die wissenschaftliche Überarbeitung.    

Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) 

Was ist die Amyotrophe Lateralsklerose?  

Die Amyotrophe Lateralsklerose ist eine sehr ernste Erkrankung des zentralen und peripheren Nervensystems. Sie ist seit mehr als hundert Jahren bekannt und kommt weltweit vor. Ihre Ursache ist - mit Ausnahme der erblichen Form (ca. 5%) – bisher unbekannt. Die Abkürzung für Amyotrophe Lateralsklerose ist ALS. Auch wenn der Name ähnlich klingt, ALS hat nichts mit MS (Multiple Sklerose) zu tun. Es handelt sich um zwei völlig unterschiedliche Erkrankungen. MS ist eine entzündliche Erkrankung der Nervenzellen, wobei die Signalübertragung durch die Zerstörung der Schutzhülle versagt. MS verläuft in Schüben, da Entzündungen auf und wieder abklingen. In der Schweiz erkranken pro Jahr 100 bis 150 Personen neu an ALS bei einem geschätzten Krankenstand von etwa 500 – 700 Personen. Die Krankheit beginnt meistens zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr, nicht selten sind aber auch jüngere Erwachsene betroffen. Männer erkranken etwas öfter als Frauen (im Verhältnis 3:2). Die Häufigkeit von ALS scheint weltweit leicht zuzunehmen. Der Verlauf der Krankheit ist kontinuierlich progredient, aber bei den einzelnen PatientInnen sehr unterschiedlich, die Lebenserwartung ist verkürzt. Die ALS betrifft vorwiegend das motorische Nervensystem. Die Empfindung für Berührung, Schmerz und Temperatur, das Sehen, Hören, Riechen und Schmecken, die Funktionen von Blase und Darm bleiben intakt. Die geistige Leistungsfähigkeit kann im Verlauf Beeinträchtigungen erfahren. Das motorische System, das unsere Muskeln kontrolliert und die Bewegungen steuert, erkrankt sowohl in seinen zentralen (Gehirn, Hirnstamm und Rückenmark) wie in seinen peripheren Anteilen (Vorderhornzellen bzw. Motoneurone), vgl. Schema S.14. Die Erkrankung der Vorderhornzellen, die im Rückenmark liegen und deren Fortsätze zur Muskulatur verlaufen, führt zu Muskelschwund (Atrophien), zu Muskelschwäche (Paresen) und zu unwillkürlichen Muskelzuckungen (Faszikulationen). Außerdem führt die Erkrankung des zentralen motorischen Systems, das heißt der Nervenzellen in der Hirnrinde und ihrer Verbindungen zum Rückenmark, sowohl zu einer Schwäche wie zu einer Erhöhung des Muskeltonus (spastische Lähmung). Hierbei besteht eine Steigerung der Reflexe, die die Ärztin oder der Arzt mit dem Reflexhammer nachweisen kann. Schon in den Frühstadien der ALS wird häufig über unwillkürliche Muskelzuckungen (Faszikulationen) und schmerzhafte Muskelkrämpfe geklagt. In der Regel schreitet die Krankheit über Jahre unaufhaltsam und z.T. sehr rasch fort und dehnt sich auf weitere Körperregionen aus. Die Lebenserwartung ist drastisch verkürzt. Sehr langsame Verläufe über zehn Jahre und mehr sind jedoch auch bekannt.  

Formen von ALS/ Symptome  

Es werden zwei unterschiedliche Formen hauptsächlich anhand des Symptombeginns unterschieden: die bulbäre Verlaufsform und die spinale Verlaufsform. Wenn die im Hirnstamm liegenden motorischen Nervenzellen zuerst betroffen werden, ist die Sprach-, Kau- und Schluckmuskulatur geschwächt. Diese Form ist die bulbäre Verlaufsform. An dieser Form leiden ca. 20 – 30 % der ALS Patienten, also der kleinere Teil. Es ist möglich, dass die diskret veränderte Sprache zuerst den Mitmenschen auffällt, bevor der Patient selbst die schleichende Veränderung der Sprache entdeckt. Sind zuerst die im Rückenmark liegenden Vorderhornzellen erkrankt, entwickeln sich Muskelschwund und Schwäche an Armen und Beinen oder auch in der Atemmuskulatur. Hier spricht man von der spinalen Form. Die ersten Symptome können bei den einzelnen Kranken an unterschied-lichen Muskelpartien auftreten: So kann die Krankheit durch eine Ungeschicklichkeit beim Rasieren, Schreiben oder Handarbeit etc. auffallen. Dies ist bei ca. 40% der Patienten der Fall. Muskelschwund und schwäche können sich zum Beispiel zunächst nur in der Hand- und Unterarmmuskulatur einer Körperseite zeigen, bevor sie sich auf die Gegenseite und auf die Beine ausdehnen. Bei den weiteren ca. 40% ist ein Beginn in der Unterschenkel und Fussmuskulatur oder in der Oberarm-Schultermuskulatur festzustellen. Hier wird meistens eine Schwäche der Beine, bzw. eine Gangunsicherheit bemerkt. Typische Beschwerden zu Krankheitsbeginn sind auch Muskel-krämpfe in der Bein- und vor allem in der Wadenmuskulatur. Sehr selten äussern sich die ersten Symptome in Form von spastischen Lähmungen. Dies führt zu einer zunehmenden Steife. Wichtig ist, dass sowohl der spinalen als auch der bulbären Form - so unterschiedlich die Beschwerden auch sind - die gleiche Ursache zugrunde liegt.  

Ursache/ Vererbung
 

Die ALS ist meist keine erbliche Erkrankung, sondern tritt sporadisch auf. Hier wird von der häufigen sporadi-schen Form gesprochen. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle ist damit die Befürchtung, dass Kinder einer Patientin oder eines Patienten später ebenfalls betroffen sein werden, nicht berechtigt. Dies gilt vor allem dann, wenn bisher keine Krankheitsfälle in der Familie vorgekommen sind. ALS ist auch nicht ansteckend. Die Ursache der sporadischen Form ist jedoch weitgehend unbekannt. Es kursieren verschiedene Thesen für die Ursache der Schädigung der Nervenzellen, die von einer Autoimmunerkrankung bis über die Überbeanspruchung durch sportliche Aktivitäten, der Vergiftung körpereigener Stoffe und der Vergiftung durch Giftstoffe, die mit der Nahrung aufgenommen werden, reichen. Es konnte jedoch in keine Richtung der Thesen dahingehend argumentiert werden, dass sie sich bestätigen würde. Außerdem gibt es noch eine seltene erbliche Form (auch familiäre Form genannt), die bei etwa fünf bis zehn Prozent der ALS-PatientInnen auftritt. In diesem Fall kommen in der Regel weitere Krankheitsfälle in der Familie vor. In jüngster Zeit konnte bei einem Teil der Familien mit der erblichen Form der ALS der genetische Defekt auf dem Chromosom 21 nachgewiesen und genauer charakterisiert werden. Es handelt sich hierbei um eine Mutation im Gen der Superoxiddismutase 1 (SOD 1), einem Enzym, das für die Entgiftung bestimmter Stoffwechselprodukte verantwortlich ist. Auf welchem Weg dieser Enzymdefekt zum Krankheitsausbruch führt, ist bisher nicht abschliessend geklärt; möglicherweise führt die Mutation zu einer Funktionsänderung des Enzyms, die auf Motoneurone schädlich wirkt. Diese Mutation liegt weltweit nur bei etwa zehn Prozent der familiären ALS-PatientInnen vor. Auch in der Schweiz sind bisher SOD1 Mutationen beobachtet worden. Möglicherweise stellt diese Mutation einen wichtigen Zugang zum Verständnis der weit häufigeren sporadischen ALS dar. Weitere bislang identifizierte Gene, die zu ALS führen können, sind: Alsin (ALS 2), Syntaxin (ALS 4), VAPB und TDP 43. Sollten mehrere Familienmitglieder an ALS erkrankt sein, so stellt sich die Frage der genetischen Testung. Wegen der erheblichen Konsequenzen, die sich aus dem Resultat für PatientInnen und die Angehörigen ergeben, sollte erst nach eingehender Information und reiflicher Überlegung eine genetische Testung vorgenommen werden.  

Diagnosestellung  

Zuständig für die Diagnosestellung ist eine Neurologin oder ein Neurologe (Nervenfachärztin oder -Arzt). Am Anfang steht eine klinische Untersuchung, wo insbesondere die Muskulatur im Hinblick auf Muskelschwund und Kraft sowie Faszikulationen beurteilt werden muss. Ebenso ist eine Beurteilung von Sprache, Schluckakt und Atemfunktion wichtig. Die Reflexe müssengeprüft werden. Darüber hinaus müssen andere Funktionen des Nervensystems, die von der ALS üblicherweise nicht betroffen sind, untersucht werden, um ähnliche, aber ursächlich unterschiedliche Erkrankungen zu erkennen und um Fehldiagnosen zu vermeiden. Eine wichtige Zusatzuntersuchung ist die Elektromyographie (EMG), die den Befall des peripheren Nervensystems beweisen kann. Ausführliche Untersuchungen der Nervenleitgeschwindigkeit geben weitere Aufschlüsse. Untersuchungen des Blutes, des Urins und bei der Erstdiagnostik meistens auch des Nervenwassers (Liquor) sowie verschiedene bildgebende Untersuchungen (Kernspintomographie oder Röntgenaufnahmen) dienen dem Ausschluss anderer Krankheiten, die der ALS sehr ähnlich - aber unter Umständen besser behandelbar sind.  

Therapeutische Maßnahmen
 

Da die Ursache der ALS noch nicht bekannt ist, gibt es bislang auch keine ursächliche Behandlung, die die Krankheit zum Stillstand bringen oder heilen kann. Prinzipiell gibt es zwei Therapieansätze: Einerseits die Krankheitsverzögerung und andererseits symptomatische Therapien. Ein erstes Medikament bewirkt eine moderate Verlängerung der Lebenserwartung und ist inzwischen zur Therapie der ALS zugelassen. Dieses Medikament vermindert eine zellschädigende Wirkung des Nervenbotenstoffes Glutamat. Andere Medikamente befinden sich in unterschiedlichen Phasen der klinischen Prüfung. Daneben stehen Behandlungsmassnahmen zur Verfügung, die den progredienten Verlauf unter Umständen günstig beeinflussen und die Symptome lindern. Medikamente können jedoch helfen, den spastischen Muskeltonus zu vermindern und Muskelkrämpfe zu lindern, die Speichelsekretion zu verringern und Phänomene wie Zwangslachen und Zwangsweinen zu verbessern. Ein wesentlicher Teil der Behandlung von ALS Betroffenen sind die Physiotherapie, die Ergotherapie und die Logopädie.  

Ziele der Physiotherapie  

- Kontrakturprophylaxe
- Kreislaufanregung und Thromboseprophylaxe
- Verbessern der Ventilation durch Vermittlung von Atemtechniken und        Sekretmobilisation
- Verzögern der Kraftverminderung
- Verzögern des Geh- und Stehverlustes
- Erhalten der Sprech- und Schluckmotorik so lange wie möglich  

Da PatientInnen aufgrund ihrer Muskelschwächen die meiste Zeit des Tages sitzend oder liegend verbringen, treten die häufigsten Kontrakturen und dadurch bedingte Schmerzsyndrome im Schulter-, Lumbal- und Becken-bereich auf. Diesen Problemen kann, unter Berücksichtigung der Atemsituation, allein schon durch unterschied-liche Ausgangsstellungen entgegengewirkt werden. Sie bringen zudem Abwechslung in die Therapie und fördern die möglichst lang zu erhaltende Mobilität. Unabhängig von der Ausgangsposition sollten vorsichtige Dehnungen der betroffenen Muskulatur immer wieder mit einbezogen werden. Bei ausreichender Vitalkapazität wissen ALS-PatientInnen Übungen aus der Bauchlage zu schätzen. In dieser Position werden alle Gelenke passiv in relative Streckung gebracht (Arme, Nacken, Rumpf, Hüft- und Kniegelenke). Gerade weil PatientInnen im Alltagsleben viel sitzen und sich damit in gebeugter Haltung befinden, fühlen sie sich nach solchen streckenden, dehnenden Maßnahmen freier und lockerer. In späteren Stadien der Erkrankung kann das Stehen und Gehen mühsamer werden. Dennoch sollten PatientInnen auch dann möglichst oft zum Stehen gebracht werden, unterstützt durch Personen oder technische Hilfen. Dadurch bleibt das Gefühl für Statik erhalten, außerdem wirkt sich das Stehen positiv auf wichtige vegetative Funktionen wie Herz-Kreislauf-Tätigkeit, Atmung und Stoffwechsel aus. Übungen im Bewegungsbad sind für ALS-PatientInnen ebenfalls wohltuend, haben psychologisch positive Effekte (Stärkung des Selbstgefühls und -bewusstseins) und zeigen auf der physischen Ebene weitere positive Aspekte. Da das Wasser beim Eintauchen bis zum Hals den PatientInnen 90 Prozent der Körpereigenschwere abnimmt, werden ihnen Bewegungsabläufe möglich, die im Trockenen nicht durchführbar sind (z.B. selbständiges Stehen oder Gehen). Zu beachten ist, dass wegen der Kälteempfindlichkeit der PatientInnen die Wassertemperatur mindestens 32 Grad Celsius betragen soll. PatientInnen sollten außerdem in der Lage sein, dem Wasserdruck auf den Brustkorb beziehungsweise Körper standzuhalten. Die Kraft der Atemmuskulatur muss so ausreichend sein, dass keine Atemnot auftritt.

Atmung  

Bewegungspausen können gut zu Dehnlagerungen mit Einflechten von Atemlenkung und -vertiefung in partielle Lungenabschnitte genutzt werden. PatientInnen lernen so, ihre Atmung bewusst wahrzunehmen. Ein Nach-drücken durch die Therapeutin oder den Therapeuten während der Ausatemphase macht deutlich, wie dadurch ein grösseres Volumen eingeatmet werden kann. Ausstreichungen in den Interkostalräumen, Abziehgriffe und Techniken aus der Bindegewebsmassage in Verbindung mit Dehnlagerungen lockern das Gewebe imBrustkorb-bereich und vermitteln das Gefühl einer leichteren Ventilation. Reichen physiotherapeutische Mittel nicht aus, sollte gemeinsam mit den PatientInnen, ihren Angehörigen und den behandelnden ÄrztInnen kritisch überlegt werden, ob die häusliche, intermittierende Beatmung mittels Nasenmaske eine mögliche Hilfe sein kann. Mehrere Studien haben gezeigt, dass sich die Lebensqualität hierdurch erhalten lässt.  

Hilfsmittel  

Alle betroffenen Muskelpartien können bzw. müssen gegebenenfalls durch Hilfsmittel gestärkt oder unterstützt werden und erleichtern das Alltagsleben in der Regel erheblich. Alle hier erwähnten Hilfsmittel (die Aufzählung ist bei Weitem nicht vollständig) müssen sorgfältig ausgesucht, den individuellen Bedürfnissen angepasst und vor der endgültigen Anschaffung ausprobiert werden. Adäquate GesprächspartnerInnen sind FachärztInnen sowie OrthopädietechnikerInnen, aber auch Fachkräfte in Pflege, Logopädie, Physiotherapie, Ergotherapie, Rehabilitation und Sozialarbeit können wichtige Hinweise für die Anschaffung von Hilfsmitteln geben. Bei geschwächter Hand- und Fingermuskulatur zum Beispiel ist ein fester Zugriff bei Essbesteck oder Schreibgeräten schwierig. Dicke Besteckgriffe, spezielle Schlüsselgriffe sowie Schreibhilfen erleichtern das Alltagsleben erheblich. Bei beginnender Sprachstörung sind logopädische Übungen sinnvoll. Ist die Sprache unverständlich, stehen auch elektronische Kommunikationshilfen zur Verfügung. Bei Kau- und Schluckstörungen ist eine individuell angepasste Speisezubereitung notwendig. Passierte und breiige Kost kann günstiger sein als reine Flüssigkeit. Ist Schlucken nicht mehr möglich, beziehungsweise kommt es zum häufigen Verschlucken, so stehen gut entwickelte Sondensysteme zur Verfügung. Auch hier zeigt sich eine deutliche Auswirkung auf die Lebensqualität. Bei einer Schwächung der Atemmuskulatur ist Atemgymnastik hilfreich. Geräte zum Absaugen von Schleim und Speiseresten aus Mund und Rachen können notwendig werden. 

Fazio-orale Therapie  

Sind PatientInnen zusätzlich oder ausschließlich von bulbärer Symptomatik betroffen, so muss über eine fazio-orale Therapie nachgedacht werden, die von LogopädInnen oder PhysiotherapeutInnen durchgeführt wird. Sprech- und Schluckstörungen beeinträchtigen PatientInnen ganz erheblich in der Artikulation und bei der Nahrungsaufnahme. Bewährt hat sich die fazioorale Therapie mit leichten Eisfriktionen, z.B. durch passive Lockerung des Kehlkopfes und des Unterkiefers; ausstreichen der Zunge und der Wangen von innen; passive Mobilisation der Zunge sowie Schluck- und Sprechübungen. Diese äußerst behutsam vorzunehmende Therapie wird nach anfänglichen Ängsten von bulbär betroffenen PatientInnen als sehr angenehm begrüßt. Bei intakter Hand-und Fingerfunktion können sie diese Therapie sogar selbständig an sich vornehmen. PatientInnen sollten außerdem darüber informiert werden, dass die aufrechte Körperhaltung bei leicht nach vorn geneigtem Kopf sowohl für die Artikulation als auch das Schlucken vorteilhaft ist.  

Stand der Forschung
 

Die Forschung ist sehr divers und kaum zu überblicken. Prinzipiell kann man unterscheiden zwischen der Ursachenforschung, die sich meist auf Krankheitsmodelle wie einzelne motorische Zellen, Mäuse und Ratten abstützt und dann die klinische Forschung, bei welcher neue Medikamente und Therapieansätze untersucht werden. Letztere beinhaltet aber auch Themen wie z.B. Lebensqualität, Suizidalität und Spiritualität. Weltweit wird sehr intensiv an der Erforschung der Ursachen der ALS gearbeitet. Neueste therapeutische Überlegungen beschäftigen sich neben der oben genannten Beeinflussung des Glutamatstoffwechsels unter anderem mit dem Einsatz von so genannten Nervenwachstumsfaktoren, die für das Überleben von Nervenzellen notwendig sind. Die Hoffnung, dass in absehbarer Zeit weitere und wirksamere Behandlungsmethoden zur Verfügung stehen, die entweder direkt an der Ursache der Erkrankung oder in die Entwicklung der Symptomatik eingreifen, ist durchaus berechtigt. Hierfür sind jedoch groß angelegte Therapiestudien notwendig, für welche die Kooperation der Betroffenen unbedingt erforderlich ist. Die Erkrankten selbst können auf diese Weise den Forschenden und ÄrztInnen helfen, den Ursachen der ALS auf die Spur zu kommen und wirkungsvolle Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln.      


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