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3.06.10  Donnerstag
Hallo Leute. Melde mich nur kurz. Bin eben erst vom Tessin retour. Will euch nur schnell mitteilen, dass der Spitzenwert bei 27 Grad lag. He, und Morgen soll die Sonne auch zu uns kommen. Suuuuper!
Zur Einstimmung hab ich euch ein Lied.

6.06.10  Sonntag
Ich sitze da an meinem Bach und sehe dem fliessenden Wasser zu. Wie es sich windet und schlängelt um über die Steine zu kommen. Hin und wieder tanzt ein kleiner Wassertropfen aus der Reihe. Er springt vom Stein hoch und wird beim herunter fallen sogleich vom Strom wieder aufgefangen. Manchmal geht das aber auch schief. Wenn so ein kleiner, glasklarer Hüpfer sein Ziel verfehlt und auf einen trockenen Stein platscht, kommt er nicht mehr runter und er bleibt allein zurück. Die Anderen können nicht warten, sie müssen weiter fliessen. Nun kann der Kleine nur noch warten, bis andere Tropfen zu ihm stossen, um gemeinsam mit ihnen die Reise fortzusetzen.  An so einem Tag wie Heute, hätte ein einzelner Tropfen keine Chance gehabt. Die Sonne hätte ihn unbarmherzig zum Frühstück verspeist. Aber nun plätschert der kleine Wassertropfen beschwingt den Anderen hinterher.

Bach

Ich hoffe, dieses Wochenende haben Alle genügend Sonne abbekommen.

7.06.10    Montag
Heute ist es mir endlich gelungen einen Flash-Film zu erstellen. Ich bin mächtig stolz auf mich. Weniger stolz bin ich hingegen, wie wir mit unserem Lebensraum umgehen. Darum widme ich diesen Flash dem sterbenden Pelikan, den ich Heute in einer Tageszeitung entdeckt habe.
So sehr er sich auch bemüht, sein Tod ist nur noch eine Frage von Stunden.

Flash-Movie

Ich glaube, wir ALS-Betroffenen, können nachvollziehen, wie sich dieser Pelikan fühlen muss. Die Flügel werden immer schwerer. Die Beine können kaum mehr vom Boden hochgehoben werden. Der Rachen ist gefüllt mit Sekreten.
Was bleibt da noch, ausser der Hoffnung.

9.06.10  Mittwoch
Ich kann Heute leider nicht nach draussen. Der älteste Urner ist mal wieder zu Besuch. Er rüttelt an den Dächern als wolle er ins Haus. Bäume und Sträucher beugen sich unter seiner wucht. Blätter wirbeln durch die Luft. Es wird immer wärmer und schwüler. Der Föhn treibt das Thermometer auf 28 Grad. Wir dürfen aber jetzt nicht jammern. Wir wollten schliesslich Sommer. Gestern hab ich wieder eine Rolliausfahrt in Bildern festgehalten. Das Wetter war Traumhaft. Hab mir doch prompt wieder die Knie verbrannt. Es hat sich aber gelohnt. Mit meiner Schwester zusammen, konnte ich wieder schöne Pflanzen bewundern und Tiere bei ihrem Treiben beobachten. Ich weiss, es gibt einige Leute, die können mit Biotopen nichts anfangen. Für sie ist es nur ein Mücken produzierender Tümpel. Dabei müssten sie nur genauer hinschauen. Sie würden dann entdecken, was für wunderschöne Lebewesen sich dort tummeln.
Siehe
Fotoalbum vom 8.6.10.

11.06.10    Freitag
Kaum bin ich eingeschlafen, werde ich durch das einschalten des Fernsehers geweckt. Ich versuche mich ein wenig zu drehen um zu sehen, was da los ist. Es klickt wieder und der Fernseher schaltet wieder aus. Wird wohl der Föhn gewesen sein. Ich schlafe wieder ein. Irgendwann erwache ich wieder und bemerke, im Nebenzimmer ist das Licht eingeschaltet. Was geht da vor sich. Vielleicht gab es wegen dem Föhn einen Stromunterbruch und die Elektrik hat nun ein Durcheinander. Also schlaf ich wieder ein. Später werde ich noch mal wach. Es hat angefangen zu regnen und der Föhn bläst nur noch leicht. Im Nebenzimmer ist es stockdunkel. Soll ich jetzt an Gespenster glauben? Nein, lieber nicht. Augen zu und eingeschlafen.
Wenn ihr meint, das sei’s jetzt gewesen, da täuscht ihr euch. Ich habe die Morgentoilette hinter mir. Das Joghurt ist gegessen. Nun sitze ich frisch gestylt vor dem PC und warte auf den Kaffee. Platsch, da hab ich meinen Kaffee. Auf meinem neuen, frühlings-grünen T-Shirt ist er gelandet. Was soll’s, noch mal von vorne.
Am Nachmittag fahre ich auf dem Weg der Schweiz nach Bauen. Ich fahre von der Strasse in den Fussgängertunnel ein. Ein kleiner Absatz wird mir fast zum Verhängnis. Uf, geschafft. Ich fahre weiter ins Tunnel. Es liegt frischer Kies auf dem Weg. Plötzlich fangen meine Räder an zu schwimmen. Ich stecke im Kies fest. Durch vorwärts und rückwärts Fahren versuche ich mich heraus zu manövrieren. Ohne Erfolg. Die Räder versinken immer weiter im Kies. Also warte ich bis jemand vorbei kommt. Ich warte und warte. Es sind sicher schon 15 Minuten vergangen und noch Niemand ist in Sicht. Ich warte und warte und nach weiteren 15 Minuten nähert sich ein Velofahrer. Ich rufe ihm mit meiner noch vorhandenen Stimme zu. Er grüsst mich und fährt in rasantem Tempo an mir vorbei. Ich warte und warte und endlich nähert sich ein Rollstuhlfahrer mit drei Fussgängern. Kurzerhand werde ich aus dem Kies geschoben. Nun kann ich meine Fahrt endlich fortsetzen. Aber nicht für lange. Am Tunnel-Ende ist ein Gefälle. Letztes Jahr hätte ich mich noch getraut hinunter zu fahren. Ich finde, ich hab Heute genug Action gehabt. Also rechts umkehrt und zurück. Ich versuche bei der nächsten Tunnelausfahrt auf das Strassentrottoir zu fahren. Aber denkste. Das Trottoir hat so einen hohen Absatz, ich komm nicht rauf. Also wieder ins Tunnel und die nächste Ausfahrt ansteuern. Nei, Nei, schon wieder so ein Absatz. Ich versuche es zuerst vorwärts, dann rückwärts, zuerst mit einem Rad, aber nichts geht. Das Tunnel will mich einfach nicht fahren lassen. So, nun hab ich die Nase voll. Ich rufe Piet an, er soll mich befreien kommen. Eine halbe Stunde später befinde ich mich gutgelaunt auf dem Heimweg.
Für Heute habe ich genug erlebt. Ich setz mich nur noch vor den Fernseher.

17.06.10    Donnerstag
Könnt ihr euch noch erinnern, wie es war, als die Sonne eine Woche lang schien? Am Abend konnte man mit kurzen Hosen Draussen sitzen, eine Wurst grillieren und gemütlich beisammen sitzen. Es kommt noch so weit, dass Grosseltern ihren Enkelkinder erzählen: Es war einmal Sommer..…
Hier hab ich noch ein passendes Lied.
Übrigens, mein Mann Piet hat diese Woche Ferien. Darum bin ich nicht so viel am PC.

21.06.10  Montag
Am Samstag vor unseren Ferien habe ich wieder am ALS-Selbsthilfegruppen-treffen teilgenommen. Wir treffen uns so viermal im Jahr. Unsere Gruppe hat erneut Zuwachs bekommen. Wir versuchen, so gut es eben geht, den Neu-Betroffenen Geborgenheit und Halt zu geben. Am Anfang einer solchen Diagnose hat man so viele Fragen. Man will nicht begreifen, dass man nichts, aber auch gar nichts gegen diese Krankheit machen kann. Es braucht Zeit, um mit so einer Diagnose fertig zu werden. Wir beantworten ihre offenen Fragen so gut es geht. Was mir diesmal Freude bereitet, wir müssen diesmal von niemandem Abschied nehmen. Auch das Bild mit der Sonne, den Blumen und dem Schmetterling, welches mir Sonjas Tochter gemalt hat, freut mich sehr. Es hängt nun in meinem Büro, wo ich es immer anschauen kann. Danke vielmal, kleine Lea.
Es ist Dienstagabend und ich nehme zum erstenmal an einem ALS-Chat teil. Hui, geht das hin und her. Ich, mit meiner Bildschirmtastatur komme kaum mehr mit. Lese ich eben mehr, als das ich schreibe. Und das was ich lese ist sehr amüsant. Da wird nicht etwa Trübsal geblasen. Nein, Nein, trotz dieser Krankheit ist es eine humorvolle Achtergruppe. Werde bestimmt wieder mal teilnehmen.
Nichts wie weg. Wir fahren auf der Autobahn Richtung Süden. Stau vor dem Gotthardtunnel. Wie könnte es auch anders sein. Also ausscheren und über den Pass. Ist sowieso schöner als Siebzehn Minuten im Tunnel zu fahren. Wir müssen weit ins Tessin runterfahren um die Sonne zu sehen. Endlich, die Sonne zeigt sich. Ich geniesse jeden Sonnenstrahl. Das habe ich gebraucht auch wenn es nur ein Kurztrip war.
So, nun ist unsere verregnete Ferienwoche vorüber und es regnet immer noch. Und das am längsten Tag im Jahr.

23.06.10  Mittwoch
Die Sonne scheint an einem wunderschönen Morgen. Schau' mal raus und vergiss all Deine Sorgen. (Dichter unbekannt)

strahlende Sonne clipart






  






Endlich ist Sie da.

29.06.10  Dienstag
Fast eine Woche lang hab ich nichts mehr geschrieben. Könnt ihr euch vorstellen warum? Ja genau. Ich hab die Sonne so richtig genossen. Aber nun nehme ich mir eine Auszeit von der Sonne und werde im 26 Grad warmen PC-Zimmer ein paar Zeilen über die vergangenen Tage schreiben.

Wie ihr sicher bemerkt habt, hat meine Homepage einen neuen Anstrich bekommen. Ich liess mich von der Sonne inspirieren und lasse nun Blumen auf meiner HP blühen. Ausserdem arbeite ich nun mit Windows 7 und mit Office 10. Muss mich noch mit den zusätzlichen Features bekannt machen. Nächstens bekomme ich auch eine stabilere Internetverbindung. Hoffe der PC wird dadurch ein wenig schneller. Ansonsten muss ich mir einen neuen Rechner zulegen. Ich habe gar viel Bildmaterial hochgeladen. Und wer mich kennt, weiss wie ungeduldig ich sein kann. Bei mir kann man nämlich nicht mit dem Spruch kommen;  du hast alle Zeit der Welt. Ist mir grad so in den Sinn gekommen. Cheibä güät, gäu.
Ich bin eigentlich nicht Fussball interessiert. Trotzdem habe ich am Fernseher die Schweizer bei der WM unterstützt. Bei den Spielen ist mir aufgefallen, wie wehleidig diese Tschüdeler (Fussballer) sind. Egal für welches Land sie spielen. Bei geringstem Körperkontakt fallen sie um, oder tun so als ob ihnen gar übel wehgetan wurde. Und das nur, um auf unfaire Weise den Ball zu erhaschen. Zum Glück könnte ich neben dem Spiel schauen noch anderes erledigen. Ihr wisst doch, Frauen können mehrere Dinge gleichzeitig machen auch wenn eine neuere Studie dies wiederlegt. War sicher ein Mann am Werk.
Diese Woche war ich viel mit dem Rolli unterwegs. An manchen Abenden habe ich wieder ausgesehen wie eine To… nein, nennen wir es diesmal Radiesli.
Eben hat mir Piet einen Milchkaffee gebracht. Wisst ihr was er zu mir gesagt hat. Ich würde so viel trinken wie ein Amyschiff. Warte mal, da kommt mir was in den Sinn. Müssen Autos nicht ab und zu in den Service? Oje, das könnte teuer werden. Dellen spachteln, neue Farbe auftragen, Öl ablassen, Stossstangen austauschen, neue Reifen aufziehen, waschen, wachsen und polieren. Ach ist das schön ein Amyschiff zu sein. Ich freu mich auf den nächsten Service.
Am Sonntag machten Piet und ich mit dem Auto, Rolli, Velo und dem Schiff eine Rundreise. Es war ein traumhafter Tag. Das Schiffspersonal war sehr hilfsbereit.
















foto@piettresch