17.11.09 Heute ist der richtige Tag um mit dem Tagebuch zu
beginnen. Meine Eltern kamen mich Heute besuchen. Bei Urnerkaffee und
selbstgemachtem Kuchen von Mamma verlebten wir einen gesprächsreichen
Nachmittag. Beeindruckt war ich, als Sie mir erzählten, dass sie einen
neuen Ort gefunden hätten wo Sie auch noch Kaffee trinken könnten.
Meine Eltern machen gerne Ausfahrten mit einem Kaffeehalt. Ihr glaubt
es nicht. Meine Eltern 80 und 82 Jahre alt entdecken für sich den
Burger King. Der Kaffee sei zwar nicht so gut gewesen, dafür die
Pouletflügeli. Zu bemerken; mein Vater isst normalerweise kein Poulet.
Sind die beiden nicht bewundernswert. Ich meine, Hut ab.
18.11.09 Der Tag beginnt wunderschön. Die Sonne scheint und die
Temeratur ist sehr mild für diese Jahreszeit. Auf meinem PC beantworte
ich zuerst die Glückwunsch-Mails. Ich habe nämlich Heute Geburtstag.
Kurz vor dem Mittag überrascht mich Josy, eine ehemalige Haushalthilfe
von der Spitex, mit einem Veilchen. Sie hat dieses Jahr unerwartet
ihren Mann verloren und trotzdem denkt sie immer auch an andere. Am
Nachmittag schaut Erika schnell bei mir vorbei. Als ich noch an
Volleyball-Turnieren teilnahm, spielte sie in einer Gegnermannschaft.
Seit sie von meiner Krankheit weiss, kommt sie mich in regelmässigen
Abständen besuchen. Eine treue Seele. Es ist ca. 17.00 Uhr, da
klingelt es und ich höre viele Kinderstimmen. Wer mag das wohl sein?
Welch eine Freude. Zwei ehemalige Arbeitskolleginnen, Carolin und Anita
kommen mit ihren Kindern zum gratulieren. Später gesellen sich noch
Myrtha und Nadia, ebenfalls ehemalige Arbeitskolleginnen, mit den
Kindern dazu. Für die Kinder ist es normal das ich im Rollstuhl sitze.
Sie kennen mich nicht anderst. Das Highlight ist fürs sie natürlich
mein Treppenlift. Sie dürfen jeweils eine Runde drehen, manchmal auch
zwei. Ihr kennt das sicher auch; bitte, bitte nur noch einmal. Wer kann
da schon nein sagen, wenn sieben Augenpaare dich anschauen. Kinder sind
etwas wunderbares. Am Abend werde ich von meinem Mann Piet und von meinem Sohn zum Essen ausgeführt. Es war ein wunderschöner Tag.
19.11.09 Ich höre die Türe gehen. Luzia, eine Schwägerin kommt
wie jeden Donnerstag unsere Wäsche bügeln. Nach meiner Morgentoilette
will ich sie begrüssen. Aber keine Luzia weit und breit, komisch. Nach
einer Stunde taucht sie mit gebügelter Wäsche wieder auf. Sie musste
Zuhause den Räuchervorgang ihres Fleisches überwachen. Übrigens, das
Räucherhäuschen ist ein altes Baustellentoilettenhäuschen. Ist doch
originel, oder? Am liebsten hätte ich Luzia angeknabbert. Sie hat so
gut nach frisch geräucherter Wurst gerochen. Am Mittag werden mein
Mann und ich gegen die Ringelschwänzchen-Grippe geimpft. Wir werden
über die Risiken und Nebenwirkungen informiert und dann ein Piks und
alles ist vorbei. Meine Schwestern Hedi und Bernadette und Nichte
Daniela besuchen mich am Nachmittag. Wir verbringen gemütliche Stunden
miteinander.
20.11.09 Am Morgen erledige ich meine Arbeiten am PC und am
Nachmittag gönne ich mir in meinem Fernsehsessel vergnügliche Stunden.
Diese Entspannung brauche ich nach den vielen Besuchen. Von der gestrigen Impfung merke ich nur das der Arm ein wenig schwerer ist.
21.11.09 Beim Aufwachen spüre ich leichte Bauchschmerzen. Wird wohl
keine Reaktion auf die Impfung sein. Heute beginnen wir mit der Aussendeko für
Weihnachten. Zwischendrin macht mein Mann Lasagne fürs Zmittag. Die
italienischen Mamma’s müssten schon ihr Allerbestes geben um diese Lasagne zu
übertreffen. Da es Heute wieder mild ist, gehe ich auch nach Draussen. Beim
anziehen der Handschuhe merke ich, dass es immer mühsamer wird die Fingerlinge
überzustreifen. Kurzendschlossen rolle ich ins Dorf um Fäustlinge zu kaufen.
Kompliment an die Verkäuferin. Es ist nämlich nicht einfach mir Handschuhe
anzuprobieren. Sie hat es super gemacht. Mit neuen Handschuhen an den Fingern
und einem Dessert im Rucksack rolle ich wieder nach Hause. In der Zwischenzeit
hat Piet mit der Deko weiter gemacht. Leider muss ich jetzt ins Haus, meine
Bauchschmerzen verstärken sich. Mit einer warmen Bettflasche auf dem Bauch und Kamillentee,
versuche ich die Schmerzen zu lindern. Als sich nun auch noch die Nieren
bemerkbar machen, erkundigt sich Piet beim Arzt. Er meint es könnte ein
Darminfekt sein. Ich musste nämlich Gestern schon unverhältnismässig oft Wasser lassen. Nach Anweisung des Arztes lege
ich mich ins Bett mit Bettflasche an den Nieren und auf den Bauch.
Zwischendurch versorgt mich Piet mit Bouillonsuppe und Kamillentee. Irgendwann
schlafe ich ein.
22.11.09 Ich wache auf und keine Spur mehr von Bauchschmerzen. Mein Mann ist einfach der beste Krankenpfleger für mich. Heute
ist es mir gelungen, meine HP zu veröffentlichen. Sie sieht zwar noch
spärlich aus, aber sie wird in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten
wachsen.
23.11.09 Die Sonne lacht in mein Fenster und welch ein Luxus,
ich werde heute gleich von zwei Spitexmitarbeiter besucht. Eine macht
ein Praktikum. Zum Glück gibt es Personen die einen Pflegeberuf
ergreifen. Besonders die Spitex finde ich eine sehr sinnvolle
Institution. Wenn wir diese nicht hätten, müssten Personen wie ich,
unweigerlich in ein Pflegeheim. Am Nachmittag mache ich bei der HP weiter. Es gelingt mir noch nicht das Fotoalbum zu erstellen.
24.11.09 Es ist mir endlich gelungen einige Fotos auf der HP zu
veröffentlichen. Es ist noch nicht ganz so wie ich es gerne möchte, aber
Vorerst muss es reichen. Ebenfalls konnte ich zwei Externe Seiten mit meiner HP
verlinken.
25.11.09 Eine meiner Schwägerinnen besucht mich heute Nachmittag. Wie
immer erscheint sie voll gepackt mit Leckereien. Heute bemerke ich zum ersten
Mal ihre Atemschwäche. Nach dem Treppensteigen ist sie völlig ausser Puste.
Meine Schwägerin leidet schon seid vielen Jahren an Mobus Bechterew und Morbus
Crohn. Vor ca. einem halben Jahr wurde bei ihr auch noch ein Lungenemphysem
festgestellt. Daher die Atemschwäche. Ich bewundere sie sehr. Ich habe sie noch
nie über ihr Leben hadern gehört. Wir verbringen einen interessanten Nachmittag
zusammen.
26.11.09 Wie jeden Donnerstag kommt meine Schwägerin Luzia unsere
Wäsche bügeln. Meistens findet ein Rennen zwischen der Spitex mit meiner
Morgentoilette und Luzia statt. Heute haben wir das Zwei auf dem Rücken.
Am Nachmittag reinigt Agi von der Spitex unsere Wohnung.
Wollt ihr wissen was ich mache? Ich liege
in meinem gemütlichen Fernsehsessel und mache einen Fernseh-Nachmittag.
27.11.09 Gleich nach dem Aufstehen sitze ich wieder vor dem PC. Ich versuche
die von mir erstellte Hilfsmittelliste hochzuladen.
Am Abend besucht uns mein „Gottebueb“ Simon. Ich war 6 Jahre
lang seine Tagesmutter. Bei einem Pilzrisotto unterhalten wir uns über dies und
das. Als er uns um Mitternacht verlässt, bin ich bettreif.
28.11.09 In der Nacht rüttelt der Föhn heftig an den Dachziegeln. Im
Laufe des Tages nimmt er noch an Stärke zu. Um dem Föhn zu entfliehen, machen
mein Mann und ich eine Ausfahrt. Später bringt uns meine Schwester Bernadette wie jedes Jahr
einen selbstgemachten Adventskranz vorbei. Die Farbzusammenstellung ist wieder
wunderschön.
29.11.09 Es ist der erste Advents-Sonntag. Der Föhn bläst immer noch.
Es ist für diese Jahreszeit eher mild im Freien. Nach einem ausgiebigen
Frühstück zu zweit, holt mein Mann Piet seine Harley aus der Garage und
unternimmt eine Töfftour. Ich versuche Unterdessen weiter meine
Hilfsmittelliste ins Netz zu stellen.
Am Abend hören wir Trycheln läuten. Ein Zeichen, dass der
Samichläusumzug vor unserem Haus vorbei zieht. Die Trychlergruppe und die
vielen Kinder mit ihren selbstgemachten Laternen vermitteln so viel Wärme und
Vorfreude auf Weihnachten.
Der Föhn hat nachgelassen und es regnet leicht.
30.11.09 Äs
schneielet, äs beielet, äs gat ä chüelä Wind. Juhui, du glaubst es nicht! Draussen ist alles weiss.
Dicke, grosse Schneeflocken fallen vom Himmel. Des einen Freud, des andern
Leid. Es herrscht das Chaos auf den Strassen. In den Nachrichten sagen sie,
dass auf der Nord-Südachse der Verkehr zum erliegen kommt. Es ist
unverständlich, dass es Fahrzeughalter gibt, die im November immer noch mit
Sommerreifen unterwegs sind.
Für Piet gibt es heute nur eine kurze Mittagspause. Als
Hauswart ist er auch für die Schneeräumung verantwortlich.
Am Nachmittag kommt meine Schwester Bernadette mit einem
selbstgemachten Apfelkuchen vorbei. Auch Piet kommt schnell vorbei. Die nassen
Kleider werden gewechselt und weiter geht es bei ihm mit der Schneeräumung. Um
19.00 Uhr kann er endlich Feierabend machen. Völlig erschöpft nimmt er ein Bad.
Heute gehen wir früh zu Bett.
1.12.09
Es schneid immer noch. Die Schneemassen türmen sich am
Strassenrand. Laut Spitex sind an ihren
Einsatzorten die Parkplätze nur schlecht bis gar nicht geräumt. Der Räumdienst
hat alle Hände voll zu tun. Auch Piet ist wieder voll im Einsatz.
Ich sitze am PC und versuche immer noch die Hilfsmittelliste
hochzuladen. Leider ohne Erfolg.
2.12.09 Heute Nachmittag nimmt sich mein Mann frei und wir gehen
zusammen Lebensmittel einkaufen. Es ist jetzt am Abend wunderschön, wenn beim
Eindunkeln die Weihnachtsdekorationen eingeschaltet werden.
3.12.09 Eigentlich relaxe ich am Donnerstag vor dem Fernseher. Die
Hilfsmittelliste lässt mich aber einfach nicht in Ruhe. Ich durchstöbere das
Internet nach Lösungen.
Am Abend bitte ich meinen Sohn um Hilfe. Er schaut sich alles an und probiert einiges aus.
Da es schon spät ist, verspricht er mir, er werde Morgen
weiterschauen. Er sagt noch, er wisse woran es liegen könnte.
4.12.09 Mein Sohn und ich sitzen gemeinsam vor dem PC. Er zeigt mir,
wie ich eine Word-Datei in eine PDF-Datei umwandeln kann. So verfahren wir auch
mit der Hilfsmittelliste. Jetzt endlich klappt es auch mit dem Hochladen. Kurz nach dem Mittag ist die Liste auf meiner
Homepage abrufbar. Peter, ich danke dir vielmal für deine Hilfe. Jetzt ist mir
ein Stein vom Herzen gefallen.
7.12.09 Habt ihr auch schon einmal eure Vergangenheit aufgeschrieben. Ihr müsst das mal machen. Mir jedenfalls kommen Sachen in den Sinn. Ich kann aber nicht alles auf einmal aufschreiben, sonst wird es ein unendlich langer Roman. Ich werde sicher hin und wieder eine Episode im Tagebuch einflechten. Meine Geschichte könnt ihr unter der Rubrik "Wer bin ich" lesen.
8.12.09
Um 7.30 Uhr ertönt der Wecker. Piet steht auf und holt
frische Gipfeli. Bei meiner Nichte Daniela im Coop Pronto gibt es die besten.
Sie sind schön knusprig und ausserdem nicht so fettig.
Seid September habe ich Menschenansammlungen gemieden. Da es
jetzt gut 2 Wochen her ist, seit der Schweinegrippeimpfung, will ich endlich
wieder einmal richtig Lädele gehen.
Ich brauche eigentlich gar nichts. Ich geniesse einfach die
weihnachtliche Atmosphäre. Jedes Geschäft ist geschmückt. Mancherorts
verströmen Kerzen Weihnachtsduft.
Zum Abschluss des Tages gönnen wir uns ein Dessert.
Ingwerparfait mit Rotweinzwetschgen. Hmmh…. Himmlisch, das müsst ihr mal
probieren.
9.12.09 Ich benutze manchmal Wörter die nicht für alle verständlich sind. Ich möchte erreichen, dass beim Anklicken eines solchen Wortes, sich ein Fenster mit der Erklärung öffnet. Wörter, welche unterstrichen sind enthalten Erklärungen. Man nennt das Hyperlinks. Heute hab ich es endlich kapiert, wie das geht. Ausserdem, es hat neue Fotos im Album.
10.11.09 Heute ist der Weihnachtsmarkt in Altdorf. Ich würde gerne hingehen, aber es ist mir einfach zu kalt. Also lege ich mich am Nachmittag in den Fernsehsessel und geniesse das Nichtstun. Als Piet nach Hause kommt und mich in den Rollstuhl transferiert, bemerke ich an ihm einen köstlichen Duft. In der Küche angelangt, sehe ich den Grund. Auf dem Küchentisch liegen 2 geräuchte Rippchen. Er war nach der Arbeit auf dem Markt und hat die letzten 2 ergattert. Eines davon werden wir am Wochenende geniessen. Am Abend schaue ich auf Sat1 die Sendung mit Johannes B. Kerner. In der Sendung kommen Menschen mit der Krankheit FOP vor. Bei dieser Krankheit versteinert langsam der ganze Körper. Trotzdem verlieren die Betroffenen nicht den Lebenswillen. Hut ab.
11.12.09 Peter macht das Mittagessen. Es gibt Pizza a la Pedro. Nach dem Essen bereitet Piet den Urnerkaffee
zu und Peter deckt den Tisch für den Nachmittag. Meine Eltern haben sich zu
einem Besuch angemeldet. Mama bringt einen selbstgemachten Schwarz-Weissen
Gugelhopf und 2 Gläser mit sterilisierten Kirschen mit. Nun kann Piet einmal
Chriesiprägel machen.
Rezept: Mehlschweitze anrühren und mit
dem sterilisierten Kirschensaft leicht andicken und dann die sterilisierten
Kirschen darin erwärmen.
Wir sind beim Kaffeetrinken, da erscheint meine Schwester
Doris. Wie meistens, im Stress. Gäll Doris. Nun bist du auch verewigt. Niemand
ist vor mir sicher.
Wir verbringen einen gemütlicher Nachmittag zusammen.
14.12.09 Ich mache immer am Montag einen Menüplan für die ganze
Woche. Weil ich wegen meiner Behinderung
nicht in Rezeptbüchern blättern kann, habe ich auf meinem PC eine riesige
Rezept-Datenbank eingerichtet. Schliesslich wollen wir nicht immer das gleiche
Essen. Wenn es sich um ein neues Rezept handelt, drucke ich es aus und hefte es
an den Menüplan .Der Menüplan wird in der Küche aufgehängt und am Abend
orientieren wir uns, ob für den nächsten Tag vorgekocht werden muss.
Anhand des Menüplans erstelle ich die Einkaufsliste. Piet
muss diese nur noch mit den fehlenden Artikeln aus dem Kühl- und Vorratsschrank
ergänzen. Da ich keine Türen öffnen kann muss das Piet machen. Dafür habe ich
die Kontrolle über den Gefrierschrank. Alle eingehenden- und ausgehenden Lebensmittel werden in eine Liste
auf meinem PC eingetragen.
Meistens machen wir dann am Montagabend den Wocheneinkauf.
Ihr denkt sicher, das ist so durchorganisiert. Da habt ihr Recht. Aber nur so
können wir alles bewältigen.
So, nun gehen wir einkaufen.
19.12.09 Hallo ihr Lieben. Ich bin wieder auf Sendung. Habe mein
Tagebuch ein wenig vernachlässigt. Ich war aber nicht untätig. Ich habe in der
Zwischenzeit “Meine Geschichte“ überarbeitet und ergänzt. Schaut mal rein.
Am Mittwoch besuchte mich Hedi vom Schweinsberg. Sie ist
die Frau meines Göttis Hermann. Mein Götti könnte nicht mitkommen, er war stark
erkältet. Piet kam auch auf einen Schwatz vorbei. Schliesslich sind wir beide
mit Hedi und Hermann verwandt. Wollt ihr wissen wie?
Hedi ist die Cousine von Piet und die Mutter von Piet war Hedi’s Gotte. Mein Götti Hermann ist der Cousin von meinem Vater. Weit
aussen, sind wir ja alle miteinander Verwandt.
Am Freitag hatte Piet einen Termin im Spital. Er hat schon
länger Beschwerden im Knie. Da man auf den Röntgenbildern zu wenig sieht, muss
er irgendwann im Januar eine Kniespiegelung vornehmen lassen. Stellt sich
heraus, dass etwas nicht in Ordnung ist, wird gleich operiert und Piet wird das/die
Knie zwei Wochen schonen müssen.
Piet hatte am Samstag noch Schneeräumungseinsatz.
Während der vergangenen Woche erhielt ich noch weitere
Besuche. Siehe Bilder unten.
20.12.09 Nun ist es schon der 4. Adventssonntag. Draussen ist es
eiskalt. So um die –12°. An so einem Tag macht man sich’s am besten zu Hause
gemütlich. Schön ist es natürlich, wenn Besuch vorbei kommt. Blöd ist nur, wenn man glaubt, die neue Freundin vor Tante Rita verheimlichen zu können. Schön erwischt. Ätsch!
21.12.09
Jetzt habe ich mich so auf weisse Weihnachten gefreut. Nun
kommt der lapi Föhn. Hoffentlich reisst er unsere Weihnachtsdeko am Haus nicht weg.
Wir sitzen beim Znacht, da läutet das Handy. Piet hat einen Einsatz. Der Föhn
hat eine Store zerrissen. Kaum zu Hause, wieder ein Anruf. Eine weitere
Store wurde aus der Verankerung gerissen. Auch bei uns Zuhause hören wir, wie sich
einige Ziegel vom Dach verabschieden. Da es Dunkel ist, können wir das Ausmass
nicht sehen.
22.12.09
War das eine Nacht. Der Föhn hat die ganze Nacht getobt. Im
Radio sagen sie, er sei mit 140 kmh
durch die Urner Reussebene gezogen. Beim aufwachen höre ich Motorsägen. Wurde
eventuell ein Baum umgeknickt. Später sehe ich bei einem Nachbar, dass zwei
riesengrosse Tannen gefällt wurden. Das ist so schade. Diese Tannen wurden steht’s
von den Tannenhäher’s besucht. Aber die Sicherheit geht vor. So sah eine im
Herbst aus.
Die Legende vom Tannenbaum
In der Bergpredigt, wie bei Matthäus zu lesen,
ist auch von Bäumen die Rede gewesen.
Der Heiland hatte gesagt, dass Feigen nicht reifen könnten auf Distelzweigen, dass Trauben nicht wüchsen am Dornenhange, und dass der Baum, der nicht Früchte trage, zu gar nichts wert erscheine auf Erden, als abgehau'n und verbrannt zu werden. Und als er geendet, da ist schon bald ein Streiten entstanden im nahen Wald. Die Disteln, welche die Rede gehört, waren über die Maßen empört und haben so recht überlegen gesagt:"Wir haben noch immer den Eseln behagt!" Die
Dornen reckten die scharfen Spitzen und sagten: "Das lassen wir nicht
auf uns sitzen!" Die gelben, aufgedunsenen Feigen zeigten ein blasses
blasiertes Schweigen, und die Trauben blähten sich gar nicht schlecht
und knarrten geschwollen: "So ist es recht!" Nur ein zierlicher
Tannenbaum stand verschüchtert, rührte sich kaum, horchte nicht auf das
Rühmen und Klagen, hat sich still und bescheiden betragen und dachte
und dachte in einem fort an des Heilandes richtende Wort. Er fühlte
sich ganz besonders getroffen; er hatte kein Recht, auf Gnade zu
hoffen; die erste Art mußte ihn zerschlagen; er wusste nur Tannenzapfen
zu tragen; Früchte hatte er nie gebracht, das hat ihn niedergeschlagen
gemacht. Als sich nun aber die Sonne versteckt und tiefes Dunkel die
Erde deckt, und, ermüdet vom Reden und Klagen,die anderen Bäume im
Schlummer lagen, wollte er nichts von Schlummer wissen, hat die Wurzeln
aus dem Erdreich gerissen, und unbemerkt in stiller Nacht hat er sich
still auf den Weg gemacht, um nach dem strengen Heiland zu gehen und
milderes Urteil sich zu erflehen. Und als er nach mühseligen Stunden
endlich den lang Gesuchten gefunden und ihm sein Leid recht herzlich
geklagt, da hat der Heiland lächelnd gesagt: "Wisse, dass seit Beginn
der Welt ein jeglicher Fluch seinen Segen enthält, und dass in
jeglichem Segensspruch verborgen liegt ein heimlicher Fluch! Den Feigen
brachte nur Fluch mein Segen, weil sie jetzt sündigen Hochmut hegen;
die Trauben haben mir nicht gedankt, die haben sich nur mit den Dornen
gezankt; die Disteln ließen sich nicht belehren, die konnten den Fluch
nicht zum Segen kehren; du aber hast dich besser bedacht!
Du hast aus dem Fluch einen Segen gemacht! Und dein Bittgang sei nicht
umsonst gewagt! Zwar - was gesagt ist, da bleibt gesagt! Dein Schicksal
ist jetzt nicht mehr zu trennen vom Abhau'n und im-Ofen-verbrennen;
aber: Ich will dich erheben und ehren, ich will einen rühmlichen Tod
dir bescheren! Dich soll kein Winterschlaf traurig umschließen! Ein
doppeltes Leben sollst du genießen! Und auf deinen zierlichen Zweigen
sollen die herrlichsten Früchte sich zeigen, soll man Lichter und
Zierrat schau'n! Freilich - erst wenn du abgehau'n! Sei wie ein Held,
der für andere leidet der in blühender Jugend strahlend verscheidet!
Damit dein Leben, das kurz, doch reiche, meinem irdischen Wandel
gleiche! Du sollst ein Bote des Friedens sein!
Du sollst glänzen wie ein Heiligenschein! Den Kindern sollst du Freude verkünden!
Den Sündern wecken aus seinen Sünden! Gesang und Jubel soll dich umtönen!
Mein liebstes Fest sollst du lieblich verschönen! So bist du von allen Bäumen hieniedender gesegnetste! - Zieh hin in Frieden!" Friedrich Wilhelm Güll (1812-1879)
Zum Glück hat Peter Ferien und kann dadurch Piet entlasten.
Er organisiert einen Dachdecker und nimmt Kontakt mit der Versicherung auf.
Kurz vor dem Mittag ist unser Dach wieder komplett. Diese Dachdecker sind schon
mutig. Sie steigen aufs Dach, obwohl der Föhn noch bläst.
26.12.09 Ich habe ein wenig gefaulenzt und die Weihnachtstage mit
meiner Familie genossen. Nun ein kleiner Rückblick.
Am 23. am Nachmittag kommt mich mein „Göttibüeb“ Simon
besuchen. Wir unterhalten uns über die Vergangenheit und die Gegenwart. Später
kommen auch noch zwei Schwestern vorbei. Es wird ein gemütlicher Nachmittag mit
Kaffee und Kuchen.
Endlich hat auch Piet Feierabend und wir schmücken gemeinsam
den Christbaum. Hmm? Gemeinsam ist nicht ganz das richtige Wort. Piet schmückt
und ich gebe ihm Tipps wo was hingehängt werden soll. Er sieht wunderschön aus,
der Baum. Ja, du auch Piet. Fehlen am Baum nicht noch ein paar Silberfäden?
Am Morgen des 24. bin ich mit der Spitex bei meiner
Morgentoilette. Da läutet die Hausglocke und Mama bringt einen frisch
gebackenen Kuchen vorbei. Sie sieht ein wenig blass aus und wirkt müde.
Mammeli, hast du dir mal wieder zuviel zugemutet?
Am Nachmittag sitze ich schnell noch mal am PC und schreibe
einer meiner Schwestern einen Weihnachtsgruss ins Gästebuch. Da klingelt es an
der Tür. Ihr glaubt es nicht wer zu Besuch kommt. Es ist die eben erwähnte
Schwester. Ich freue mich sehr darüber. Ein wenig später gesellt sich noch
meine jüngste Schwester dazu. Nei, nei,
Schwesterli, icherwähnä doch nid,
das dü jetzt scheni Negel hesch. Bi dier isches eifach äs bitzli länger gangä.
Wir haben uns für das Weihnachtsessen einen Tischgrill
gekauft. Einen modernen mit Glaskeramik. Wir sind bei der Vorspeise. Es gibt
Blattsalat mit Oliven- Tomatenpasta Brötchen. Plötzlich sitzen wir im Dunkeln.
Unser neuer Tischgrill hat einen Kurzen (Stromausfall) verursacht. Das passiert
so 2-3-mal. Was jetzt? Zum Glück haben wir noch unser Raclettegerät mit einer
Grillplatte oben darauf. Das Essen ist gerettet und es schmeckt jetzt doppelt
so gut.
Am 25. schlafen wir aus. Einmal aufstehen wann wir wollen.
Keine Arbeit, keine Spitex. Einfach für uns sein.
Mit Urner Kaffee und Brötchen in der Tasche machen Piet und
ich am Samstag mit dem Auto einen Winterausflug. Es beeindruckt mich immer wieder,
wie viele Menschen ihr Haus oder ihre Wohnung weihnachtlich schmücken. Ich
glaube, für viele Menschen hat Weihnachten einen hohen Stellenwert.
27.12.09 In der wärmeren Jahreszeit besuche ich meine Eltern öfter.
Wir können im Freien zusammen Käfälä. Im Winter hingegen muss man mich mit dem
Rollstuhl die Treppen hinauf hieven. Ganz schöner Kraftakt. Darum muss ich die
Besuche gezielt auswählen. Weihnachten ist so ein Besuchstag. Piet und ich
sitzen am Sonntag bei ihnen in der Stube. Der Christbaum ist wunderschön
geschmückt. Der Baum hat gleichmässig verteilte Äste. Als wir noch Klein waren,
hatten wir meistens eine Weisstanne in der Stube stehen. Wenn die Äste damals
zu weit auseinander standen, hat unser Vater kurzerhand einen anderen Ast
eingesetzt. Ihr Christbaum sieht Heute nach wie vor so schön aus wie Früher.
Nur die speziellen Baumschöggeli-Figuren gibt es nicht mehr. Da war der
Kaminfeger auf dem Velo. Seine Veloräder waren aus Schoggi. Dann gab es noch
das Strahlenherz. Jeweils am Abend vor dem Bett gehen, erhielten wir Kinder ein
Schöggeli vom Baum. Mmmh!
Meine Eltern erzählen: Diese Weihnachten sei für Sie
wunderschön gewesen. Alle Kinder seien vorbei gekommen und Sie hätten das gemütliche
Beisammen sein, genossen.
29.12.09
Musste das Diskussionsforum ummodeln. Meine Schwester Gigi
hat mich aufmerksam gemacht, dass man keine eigenen Themen verfassen kann. Nun
funktioniert es. Leider ist das Schneethema weggeschmolzen wie der Schnee. Bin
eben immer noch am lernen.
Weiter habe ich das Fotoalbum ergänzt. Habt ihr etwa den Geissenpeter
schon entdeckt?
30.12.09 Ihr habt euch sicher gefragt warum ich Weihnachten, Ostern
usw. feiere, obwohl ich nicht an alle Überlieferungen der Bibel glaube. Ich
denke nämlich, wir sind das wunderbare Ergebnis der Evolution. Ich glaube, wir
gehören zum natürlichen Naturkreislauf. In meinem Leben hat Gott aber trotzdem einen
grossen Stellenwert.
Wie das? Ich möchte euch meine Gedanken darüber mitteilen.
Da ist ein Mensch unterwegs, der durch seine Reden und
Ansichten auffällt. Er ist Sozial sehr angagiert. Er gibt uns Menschen viele
Tipps und Anregungen. Er zeigt uns, wie
wir am besten miteinander in Frieden Leben können. Jeder Mensch ist bei ihm
gleichwertig. Vieles von dem ist heute in unseren Gesetzen verankert. Leider
gefallen diese Ansichten nicht allen. Die Obrigkeiten fürchteten um ihre Macht.
Er wird wie ein Staatsfeind verhaftet und hingerichtet.
Später erfahren wir, dass er in ärmlichen Verhältnissen
aufgewachsen ist. Schon als Teenager sei er durch seine Reden aufgefallen.
Versteht ihr nun, warum ich diesen Menschen verehre und ihn Jesus nenne. Er hat viel für unsere Zukunft getan.
Ich würde ihn gerne von allen Kreuzen der Welt entfernen.
Auch wenn er nur symbolisch an den Kreuzen hängt, finde ich dies makaber.
Zeigen wir doch lieber fröhliche Bilder von ihm.
31.12.09
Wir wünschen allen einen guten Rutsch ins Neue Jahr.