2. Ich hoffe, das aktuelle TGB-Titelbild vom "Eissee" verschafft euch bei dieser Hitzewelle etwas Abkühlung. Nein, das Foto stammt nicht vom Winter, sondern vom letzten Samstag. Der Abkühlung wegen fuhren wir über mehrere Pässe. Von diesem Ausflug stammt auch das Foto vom See auf dem Grimselpass. Obwohl wir mit dem Cabriolet unterwegs waren, warm war es trotzdem. Und obwohl ich mit Sonnencreme einbalsamiert wurde, habe ich mir g..tsjämmerlich die Schultern verbrannt. Aber was soll's, schön wars. Den Wind in den Haaren und die Düfte aus der Natur in der Nase, was will ich mehr. Fast so schön, wie auf einer Harley.

5. In letzter Zeit bin ich wahrlich keine fleissige Schreiberin. Ich verbringe viel Zeit im Freien und geniesse die sonnigen Sommertage. In vergangenen Jahren schrieb ich in dieser Jahreszeit viele Tagebucheinträge auf dem Laptop im Garten. Die hohen Temperaturen und die schwülheisse Luft hindern mich jedoch daran. Die Maus schwimmt in den Händen und die Augensteuerung hat Mühe mit der Sonne und der Helligkeit. Momentan ist es auch in meinem Büro zu warm zum Schreiben. Also fasse ich mich kurz und melde mich bald wieder mit ein paar Zeilen.

7. Ich bin wieder in meinem Garten, genauer gesagt in unserer Pergola. Sie schützt mich und mein Surface vor Sonne und Regen. Das Wetter ist heute sehr wechselhaft. Wie das Wetter vor 40 Jahren war, weiss ich nicht mehr. Was ich aber noch genau weiss ist, dass ich um diese Zeit mit Wehen im Kreissaal lag. Ich war damals noch keine 18 Jahre und unverheiratet. Bei ledigen Paaren war es damals unüblich, dass der Vater des Kindes bei der Geburt, anwesend ist. Also wartete mein späterer Mann und Vater meines Kindes, bei seinen Eltern Zuhause, auf den erlösenden Anruf aus dem Spital. Mit Hilfe einer Hebamme und einem Arzt durfte ich am Samstagnachmittag dem 7.7.79 einem wunderschönen Jungen das Leben schenken. Das ist nun 40 Jahre her.

Es war für mich und den Vater meines Kindes sicher nicht immer einfach, in so jungen Jahren Eltern zu werden und für ein so kleines Wesen die Verantwortung zu tragen. Am Anfang durften wir von der Unterstützung unserer Eltern profitieren. Sie selbst haben ja sehr grosse Erfahrung mit dem grossziehen von Kindern. Mein Mann, sowie auch ich, sind in einer Grossfamilie gross geworden. Wir Beide haben je 8 Geschwister. Eine Grossfamilie ist etwas Wunderbares. Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl prägt mich noch heute.

Auch wenn wir damals nicht auf Rosen gebettet waren, glaube ich, hat es unserem Sohn an nichts gefehlt. Wenn andere Familien mit dem Flugi in die Ferien reisten, packten wir unser Zelt, einen Gaskocher und Lebensmittel ins Auto und machten uns auf, in südliche Gefilde. Ich denke, wir haben unseren Sohn mit viel Liebe zu einem liebenswerten und achtsamen Menschen werden lassen. Ich weiss, wir haben ihn auf einen guten Weg geschickt. Ich bin sehr stolz auf unseren Sohn.

In Anbetracht meiner Krankheit, bin ich froh, um die frühe Schwangerschaft. So begleitet mich heute mein Sohn, zusammen mit seinem Vater, durch die Krankheit ALS.